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Der Südtirol-Marathon 2010

(01.10.-04.10.2010)

Wie in jedem Jahr standen auch 2010 zwei große Laufevents auf dem Programm der Laufabteilung des TV 1848 Erlangen. Nachdem wir im Frühjahr als erstes Großereignis den Metropol-Marathon in Fürth ausgewählt hatten, war nun für den Herbst der im nahen Ausland stattfindende Südtirol-Marathon als Ziel auserkoren worden. Nach gründlicher Trainingsvorbereitung (Kosbacher Weg 75, Di, Do 18.00 Uhr, Sa 09.00 Uhr) machte sich unsere 16köpfige Gruppe schließlich am Freitag vor dem Laufevent auf den Weg in die Thermenstadt Meran. Stefanie Wolf musste leider krankheitsbedingt absagen. Ein Teil unserer bunt gemischten Truppe ließ es sich nach ausreichend früher Ankunft auch nicht nehmen, umgehend das Meraner Nachtleben zu erkunden.

Nichtsdestotrotz wurde die Zeit vor dem Frühstück am folgenden Morgen für einen kurzen Lauf zur Einstimmung für den nächsten Tag genutzt. Leider stellte sich dabei heraus, dass Peter Deindörfers Wade den geplanten Marathon am nächsten Tag vermutlich nicht überstehen würde. Annett Hölsken konnte am Halbmarathon wegen Erkältung nicht teilnehmen, so dass sich die Beiden spontan zum Betreuerteam, bestehend aus Irmtraut Stockmann und Susanne Plank, dazugesellten.

Der späte Vormittag wurde nun zur ausgiebigen Besichtigung der Laufstrecke im Zielort Bozen genutzt, wo allerdings bei strahlendem Sonnenschein neben der Laufstrecke vor allem die kulturellen Schönheiten der Stadt und das kulinarische Angebot zum Verweilen lockten. Aufgrund des herrlichen Wetters fiel der Besuch der Bozener Marathonmesse auch nur kurz aus, da man den schönen Herbsttag noch zur Promenade in der Meraner Altstadt nutzen wollte. Begleitet von typischen südtiroler Speisen verlief der Abend vor dem Marathon wie immer in ruhiger aber zum Teil in persönlich etwas angespannter Atmosphäre. Denn man weiß vor einem Marathon nie, wie man sich während des Laufes fühlt und was so alles passiert, trotz oder gerade wegen der individuellen Vorbereitung und körperlichen Verfassung. Hat man genügend „lange Läufe“ absolviert? (Wann) kommt der „Mann mit dem Hammer“? Hält die Wade? Wie verpflege ich mich während des Rennens? Über diese selten eindeutig klärbaren Fragen ließ es sich auch in diesem Jahr wieder vortrefflich diskutieren.

Ein Novum des diesjährigen Südtirol-Marathons war die Streckenführung durch das Etschtal von Meran nach Bozen. Die Marathon- und Halbmarathonstrecke verliefen – unterbrochen durch kleinere Dörfchen – zunächst an Obstplantagen und Weinparzellen entlang und führten die Läufer schließlich in die Bozener Innenstadt. Dort wurde man – leider im Gegensatz zum Großteil der Strecke – von begeisterten Zuschauern auf der dortigen Innenstadtschleife angefeuert, bevor es auf die letzten Kilometer Richtung Ziel auf dem Bozener Messegelände ging. 

Die Laufbedingungen waren bei 15 Grad und leicht bewölktem Himmel ideal. Das Teilnehmerfeld war zwar im Gegensatz zu so manchem Stadtmarathon überschaubar dafür aber von hoher Qualität: Ein Drittel der 424 Marathonis erreichte das Ziel trotz der 439 zu überwindenden Höhenmeter unter 3:31 h, ein Drittel der 553 Halbmarathon-Finisher erreichte das Ziel unter 1:40 h (zum Vergleich München 2010 (100 Höhenmeter): 1/3 von 5193 Marathonis unter 3:38 h, 1/3 von 3166 Halbmarathonis unter 1:45 h). So hatte man ausreichend Platz, um schnell sein individuelles Tempo aufzunehmen. Sabine Hellwig hatte zudem Ihre persönliche Begleitung in Person von Volker Hanisch und Antje Söhnel.

Unsere Marathonläufer (Uwe Agatha (03:25:28), Tim Eusemann (03:31:11), Christian Holland (03:20:23), Thomas Stockmann (DNF) und Ralf Wagner (03:54:05)) sowie unsere Halbmarathonläufer (Volker Hanisch (02:15:29), Sabine Hellwig (02:15:29), Markus Konrad (01:49:12), Birte Rings (01:47:58), Klara Schobert (01:48:39), Antje Söhnel (02:15:30) und Matthias Stein (01:55:27)) erreichten trotz des welligen Streckenprofils gute Finisherzeiten und konnten mit ihrer Leistung absolut zufrieden sein. Dies lag nicht zuletzt an der großartigen Unterstützung durch unser „fliegendes“ Betreuerteam. Dank der südtiroler Bahn war es an allen Startorten lautstark präsent und nahm uns Läufer schließlich im Ziel gebührend in Empfang. Thomas Stockmann zwang leider eine Wadenverletzung nach 24 gelaufenen Kilometern zur vorzeitigen Aufgabe. Nach den Strapazen des Wettkampfes hatten sich alle im Anschluss einen gemütlichen Nachmittag verdient: einige von uns nutzten die Meraner Thermen zur Erholung der Muskulatur während sich andere mit Kaffee, Spritz (Prosecco, Aperol und Soda) und Kuchen innerlich entspannten.

An diesem, dem letzten Abend unseres Marathon-Wochenendes, war insbesondere Christian Holland mit seiner Marathonzeit von 3:20 h überaus zufrieden und ließ es sich dann auch nicht nehmen, seinen persönlichen Triumph mit uns allen beim Abschlussdinner in einer südtiroler Buschenschänke zu feiern. Die individuellen Eindrücke der Läufer und Betreuer waren zum Teil schon in den Stunden davor durch unseren Guerillareporter Matthias Stein in allen Einzelheiten dokumentiert worden und wurden im Laufe des Abends weiter komplettiert. Die dabei entstandenen Filmaufnahmen werden sicherlich auf der Jahresabschlussfeier 2010 für Erheiterung sorgen und uns die schönen Momente dieses Wochenendes wieder ins Gedächtnis rufen.

 

Markus Konrad, Christian Holland



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